Vitali Klitschko bleibt Schwergewichts-Weltmeister des Weltverbandes WBC. Der 39-Jährige feierte in seiner Wahlheimat Hamburg gegen den US-Amerikaner Shannon Briggs aus den USA einen ungefährdeten und einstimmigen Punktsieg. Einziger Wermutstropfen war, dass der Weltmeister zum dritten Mal in seiner Profikarriere über zwölf Runden gehen musste. Denn Briggs leistete spätestens ab Mitte des Kampfes keine echte Gegenwehr mehr.
Klitschko wunderte sich nach dem Sieg über die unglaublichen Nehmerqualitäten des Herausforderers. "Ich habe gedacht, er geht runter. Aber er hat ein wahnsinnig großes Herz gezeigt. Er hat harte Schläge genommen und blieb einfach stehen. Das habe ich nicht erwartet", sagte der Weltmeister nach dem Kampf. Briggs selbst zeigte sich nach seinen verbalen Ausfällen im Vorfeld des Kampfes diesmal als Gentlemen. "Ich habe gegen Lewis und Foreman gekämpft. Aber ich habe heuten den besten Mann gesehen, gegen den ich je geboxt habe. Er hat so schnelle Hände und ist so beweglich. Er ist in einer Super-Form. Vitali ist ein toller Kämpfer", sagte Briggs.
Einseitiger Kampf in Hamburg
Wer in der ausverkauften Halle in Hamburg mit einer Überraschung oder einem ausgeglichenen und spannenden Kampf rechnete, sah sich von der ersten Minute an enttäuscht. Während Klitschko sofort die Initiative ergriff und bereits in den ersten Runden klare Treffer ins Ziel brachte, startete Briggs abwartend. Zudem versuchte es der Herausforderer mit Treffern zum Körper. Seine Bewegungen waren aber da bereits viel zu langsam, sodass der Weltmeister während des gesamten Kampfes nicht einmal ernsthaft getroffen wurde. Ab der fünften Runde wurde der Kampf immer einseitiger und für Briggs immer schmerzhafter. Nach einer Kombination zum Kopf und mehreren Rechten torkelte Briggs im siebten Durchgang nur noch durch den Ring, wirkte schwer angeschlagen und blieb dennoch stehen.
In den folgenden drei Runden musste man um dem Herausforderer zittern. Unglaubliche Treffer kassierte Briggs und Ringrichter Ian John Lewis beendete den ungleichen Kampf dennoch nicht. Zumindest in der Pause zur elften Runde fragte der Engländer in der Ringecke des Amerikaners nach. Doch Briggs hatte ein Ziel - wenigstens den letzten Gong zu hören. Dies gelang dem 38-Jährigen schließlich, obwohl er vor allem in den letzten drei Minuten weitere unglaubliche Schläge einstecken musste. Am Ende sahen die Punktrichter Klitschko, der über zwölf Runden nahezu ohne Deckung boxen konnte, deutlich vorn.
